Emmerling-Skala, Andreas: Bacchus in der Renaissance
Der christlich geprägten Tradition war Bacchus wegen seiner Nähe zur dionysischen Mysterienreligion und orgiastischen Kultformen verdächtig, erlebte aber in der Renaissance eine Wiedergeburt als Symbol einer praktizierten hedonistischen Lebensform. Die Arbeit analysiert, welche Faktoren im Italien der Renaissance an der Ausformung der epochenspezifischen Wertung beteiligt waren, weshalb der breite Strom antiker Bacchusnachahmung in der Herrscherallegorie wesentlich wirkungslos blieb und warum sich die humanistische Deutung vorzüglich in den bildenden Künsten äußerte. Neben der ikonographischen Einzelanalyse hat der Autor auch auf die reiche philologische Literatur der Renaissance zurückgegriffen, vor allem auf Lexika und Kommentare zu antiken Autoren. Denn die Einsicht in die Denkwege und Arbeitstechniken humanistisch geprägter Kreise Italiens eröffnet manch neuen Blick auf scheinbar allbekannte Werke der Kunst, von Bellini über Mantegna, Michelangelo und Sansovino bis Tizian. Der erste Band enthält die kunstgeschichtliche Darstellung, der zweite Band eine umfangreiche kommentierte Bibliographie der Quellen und Forschungsliteratur sowie einen Abbildungsteil. Zwei Bände, zus. VII,1.359 Seiten mit 103 Abb. auf 90 Tafeln, broschiert (Studien zur Kunstgeschichte; Band 83/Olms Verlag 1994) leichte Lagerspuren
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