Heitmann, Philipp: Intertextualität als Weltanschauung und Ästhetik des Epigonalen
Das Instrumentalwerk Conrad Ansorges. Der Band widmet sich dem Werk des Jahrhundertwende-Pianisten, Lisztschülers, Beethoveninterpreten und "Mystikers" Conrad Ansorge. Roter Faden, Ansorges musikalisch-intertextuell generierte Weltanschauung, ist das Ewigkeitsprinzip des "kosmogonischen Eros", das auf drei Wegen verfolgt wird: über Eros-Philosophie aus dem Stefan-George- und "Kosmiker"-Kreis, über (indische) Theosophie und schließlich Orphik, eine griechisch-antike Untergrundreligion, hier Metapher für eine literarisch-geistesgeschichtliche Kunstreligion "aus dem Geiste der Musik". Musikalisch spannen Ansorges Bezüge das "mystische Dreieck" Beethoven-Brahms-Liszt auf. Die oft in Tiefenstrukturen gelegenen Bezüge bilden eigendynamisch ein werkübergreifendes Netz, das sich summarisch als "Architektur" und "Weltgebäude" begreifen lässt. Hinter allem steckt ein Plädoyer für eine souveräne und elitäre Ästhetik des Epigonalen. Ansorges lehrhafte und bestimmte "Mitteilungen" gewähren tiefe Einblicke in sein Denken, nehmen Erkenntnisse vorweg, die die Musikwissenschaft erst im späteren 20. Jahrhundert verifizieren wird, und rücken manches Werk der drei "Meister" in neues Licht. 765 Seiten mit 17 Abb. und 245 Notenbeispielen, gebunden (Diskordanzen. Studien zur neueren Musikgeschichte; Band 16/Olms Verlag 2015) leichte Lagerspuren
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