Krüger, Thomas Michael: Persönlichkeitsausdruck und Persönlichkeitswahrnehmung im Zeitalter der Investiturkonflikte
Studien zu den Briefsammlungen des Anselm von Canterbury. Die nicht unumstrittene epochale Bedeutung der Investiturkonflikte des 11. und frühen 12. Jahrhunderts wird aus einer mentalitätsgeschichtlichen Forschungsperspektive heraus neu bekräftigt. Der herausragende Intellektuelle und einflussreiche Kirchenpolitiker Anselm von Canterbury führte damals mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus ganz Europa hochinteressante Korrespondenzen, die in Form von Briefsammlungen großenteils überliefert sind. Durch Handschriftenanalysen wird erklärt, wann und weshalb die wichtigsten dieser Briefsammlungen entstanden, um sie dann als Quelle für Persönlichkeitsausdruck und Persönlichkeitswahrnehmung zu nutzen. Zur Diskussion stehen vor allem die Artikulation von Rollenverhältnissen, Freundschaft, Kritik, Gewissensreflexion und das Bewusstsein von Subjektivität. Die Untersuchungen führen zu Erkenntnissen über den Menschen Anselm von Canterbury und seine Korrespondenzpartner, aber auch zu grundsätzlichen sozialgeschichtlichen Einsichten. Insbesondere wird herausgearbeitet, dass von den Investiturstreitigkeiten im Zeitalter Anselms eine katalysatorische Wirkung für den Individualisierungsprozess im abendländischen Mittelalter ausging. 270 Seiten, Leinen (Spolia Berolinensia. Berliner Beiträge zur Geistes- und Kulturgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit; Band 22/Weidmann Verlag 2002)
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