Niquet, Marcel: Moralität und Befolgungsgültigkeit
Prolegomena zu einer realistischen Diskurstheorie der Moral. Eine realistische Diskurstheorie der Moral beruht auf der Annahme, dass praktische Diskurse diejenige logische Arena markieren, auf der über die moralische Akzeptabilität von Handlungen oder Handlungsweisen zu entscheiden ist. Sie postuliert zudem und wesentlich einen Reziprozitätsparameter der 'Gültigkeit' moralischen Handelns derart, dass die subjunktive Unterstellung der Allgemeinheit der faktischen Befolgung einer moralischen Norm entscheidende empirische Relevanz gewinnt: Ist diese Unterstellung in faktisch existierenden Sozialwelten moralischen Handelns nicht (hinreichend) erfüllt, kann, ja muss 'befolgungsgültiges' moralisches Handeln von 'bloß' gültigen Moralnormen abweichen. Gestützt auf Rekonstruktionen des kantischen Paradigmas und der nachkantischen, rezenten Modelle deontologischer Moraltheorie entwickelt die Abhandlung die Umrisse eines normativen Realismus, der sämtliche logischen Bereiche der Idee diskursiv gestützten moralischen Handelns grundlegend prägt. 175 Seiten, broschiert (Königshausen & Neumann 2002)
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