Glunz-Hüsken, Bettina: Religiöse Symbolik in reichen Gräbern der Nekropole von Hallstatt, Oberösterreich
Die Untersuchung befasst sich mit religiöser Symbolik in den meist altgegrabenen Gräbern Hallstatts, von denen viele durch singuläre symbolträchtige Objekte, Menschendarstellungen, Importe, Gold oder Bronzegefäße hervorstechen, während der bergmännische Alltag keinerlei Abbild fand. Bestimmte Beigaben werden als Ausdruck religiöser Vorstellungen verstanden, darunter Hinweise auf Wagenfahrt, Gelage, Opfer, Krieg, Jagd, Fischerei, Textilerzeugung und Schmieden. Durch sorgfältige Quellenkritik ergaben sich etliche Änderungen gegenüber Kromer 1959 und viele neue Erkenntnisse, z. B. zu Fernkontakten, Dolchfiguren in Siegerpose, Miniaturgefäßen und realen Vorbildern, Demontage von Schüsselhelmen, Phalerenobjekten, um den Hals gelegten Gürteln, zweitverwendeten Radnabenblechen, Textilverhüllungen, Lederkollern, Zinnkeramik und Glashenkeltassen. Es scheint, dass ein neues, mediterran beeinflusstes Selbstverständnis mit traditionellem magischem Denken verschmolz. Auffällig sind rituelle Beschädigungen, häufig an mutmaßlichen Herrschaftszeichen. Mehrere religiöse Beigaben könnten eine besondere soziale und oder sakrale Funktion von Toten andeuten. Die beiligende CD-ROM enthält zehn umfangreiche Tabellen (Listen) als PDF-Dateien. 473 Seiten mit 164 Textabb. sowie 15 Farbtafeln und eine CD-ROM als Beilage, Großformat, gebunden (Freiburger Archäologische Studien; Band 8/Verlag Marie Leidorf 2017)
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