Lang, Tilman: Mimetisches oder semiologisches Vermögen?
Studien zu Walter Benjamins Begriff der Mimesis. In vier glänzend geschriebenen Kapiteln nähert sich die Arbeit dem Benjaminschen Mimesis-Begriff und arbeitet dessen zentrale Bedeutung für sein Werk heraus. Dabei werden zugleich zentrale Aspekte der postmodernen, dekonstruktivistischen Literatur- und Texttheorie behandelt. Das erste Kapitel leistet eine Einordnung der Benjaminschen Überlegungen zur Mimesis in den werkimmanenten Kontext und überschreitet dabei den engeren Rahmen von Sprache hin zu Fragen von Wahrnehmung und Erfahrung. Darauf aufbauend wird Benjamins "mimetisches Vermögen" als ein semiologisches Vermögen expliziert. Die Arbeit zeigt eindrucksvoll, dass Wirklichkeitsaneignung durch den strukturellen Vorrang der Beziehung zwischen Zeichen immer zugleich auch Wirklichkeitsentzug bedeutet. Das dritte Kapitel diskutiert Benjamins Proust-Verständnis in Auseinandersetzung mit Wittgenstein, Peirce, Derrida und anderen. Den Abschluss bildet, aufbauend auf wahrnehmungstheoretischen Überlegungen, eine Rückbindung des mimetischen Vermögens an Strategien des Lesens und der Schrift. 303 Seiten, broschiert (Palaestra; Band 301/Vandenhoeck & Ruprecht 1998)
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