Herrmann, Wilhelm: Die Religion im Verhältniß zum Welterkennen und zur Sittlichkeit
Eine Grundlegung der systematischen Theologie. Reprint der Ausgabe Halle 1879. Hermann geht aus vom Grundgedanken, dass die Gegenstände des christlichen Glaubens nicht in den Bereich des Welterkennens fallen, und dass sie ihren ursprünglichen Sinn verlieren, wenn man sie durch die Vermittlung der Metaphysik zu Objekten des Welterkennens zu machen sucht. Die Aufgabe der systematischen Theologie sieht er darin, die religiöse Zuversicht und Gewissheit, die in der geschichtlichen Erscheinung Jesu von Nazareth gründet, "in ihrer vollen Bedeutung zu entwickeln und die Allgemeingültigkeit ihrer in ihr selbst präsenten Gründe darzulegen" (aus der Vorrede). Herrmann nimmt eine Vermittlungsstellung zwischen der Theologie Schleiermachers und der Dialektischen Theologie ein und war besonders durch A. Ritschls antimetaphysische Theologie beeinflusst. Insbesondere die Religionsschrift thematisiert die Religion an Schleiermacher anknüpfend als eigenständig neben Erkenntnis und sittlichem Handeln, neben Metaphysik und Moral. Über Schleiermacher hinaus sucht er den Anschluss der Religion an das konkrete Erleben und die individuelle Erfahrung. Diese aber ist allen abstrakten Gottesideen feind. Darin wirkt er stark auf seine Hörer K. Barth und R. Bultmann, die ebenso der Objektivierung Gottes entgegentraten, gleichwohl das Erlebnis des Glaubens durch das unverfügbare Ereignis des Glaubens ersetzen. XII,452 Seiten, Leinen (Bewahrte Kultur/Olms Verlag 2005)
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