Schmitz, Barbara: Robinsons ästhetische Utopie
Michel Tourniers Roman "Vendredi ou les limbes du Pacifique" im Kontext einer Neubewertung des utopischen Paradigmas. Die Studie arbeitet heraus, dass der 1967 veröffentlichte Roman in seiner philosophischen Lesart die zeitgleich diskutierte Aporie eines subjektzentrierten Denkens reflektiert, indem er Robinsons utopisch geordnete Insel als fragwürdiges Modell einer strukturierenden Vernunft vorführt. An seine Stelle tritt bei Tournier die Möglichkeit einer "ästhetischen Utopie", die sich für Robinson wie für den Schriftsteller selbst als ein metaphysikkritisches Modell von der (begrifflichen) Uneinholbarkeit des Sinns, aber auch als ästhetische Bejahung eines im wörtlichen Sinne "u-topischen", allen raumzeitlichen Bestimmungen enthobenen und nur ästhetisch erfahrbaren "Anderen" präsentiert. 393 Seiten, gebunden (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. [Folge 3]; Band 192/Universitätsverlag Winter 2003)
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